GRUNDSTÜCKSWERTE STEIGEN

 

Gemäß Veröffentlichungen der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin sind die Bodenwerte für das Gebiet Rahnsdorf und Friedrichshagen in den letzten Jahren

kräftig gestiegen. Nachdem die Bodenrichtwerte im Jahr 2005 für Rahnsdorf, Wilhelmshagen und Hessenwinkel mit 110,0 € je Quadratmeter Grundstücksfläche (m²/Grundstücksfläche) angegeben wurden, fielen die Bodenwerte hier in den Jahren ab 2008 bis 2011 , also in den Jahren um die Finanzkrise auf 95,0 € m²/Grundstücksfläche. Ab 2012 stiegen die Bodenrichtwerte dann von 100,0 €/m² auf 180,0 €/m² Grundstücksfläche im Jahr 2017. In Friedrichshagen lagen die Bodenwerte 2005 zwischen 120,0 €/m² und 550,0 €/m² sowie 2008 zwischen 80 bis 200 €/m² Grundstücksfläche und stiegen dann bis 2017 auf 220,0 €/² bis 800,0 €/m² Grundstücksfläche.

 

Zu beachten bleibt selbstverständlich,dass der durchschnittliche Bodenrichtwert bezüglich des einzelnen Grundstückes erheblich Differenzen nach oben oder unten aufweisen kann, je nach den Eigenarten des jeweiligen Grundstückes. Diese Differenz zu ermitteln und beim Kauf bzw. Verkauf in gebührender Weise zu beachten, wird von den am Kaufvertrag beteiligten Seiten häufig aus unterschiedlichen Interessenlagen unterschätzt oder sogar missachtet und führt dann zu falschen Kaufpreisvorstellungen.

 

Nachfolgend eine Übersicht: Entwicklung Bodenrichtwerte 2005 bis 2017 (Angaben ab 2005 in €/m² Grundstücksfläche):

 

Jahr

Rahnsdorf

Wilhelmshagen

Hessenwinkel

Friedrichshagen

1994

390 DM

390 DM

390 DM

1.500 DM

2005

110

110

110

120 – 550

2008

95

95

95

80 – 200

2010

95

95

95

110 – 550

2011

95

95

95

110 – 550

2012

100

100

100

110 – 550

2013

100

100

100

110 – 550

2014

120

120

120

130 – 560

2015

120

120

120

140 – 650

2016

150

150

150

170 – 750

2017

180

180

180

220 - 800

 

Es fällt auf, dass die Bodenwerte in den oben genannten Gebieten ab 2012/2013 ständig gestiegen sind und zwar deutlich ab 2014. Das entspricht auch unserer Erfahrung in der Maklertätigkeit. Die für 2017 angegebenen Grundstückswerte liegen somit in etwa auf dem Niveau von Mitte der 1990-er Jahre ,als im Rahnsdorfer Gebiet Grundstückspreise je Quadratmeter bis zu 390 DM und in Friedrichshagen bis zu 1.500 DM durchaus realisierbar waren.

 

Die aufgezeigte Bodenwertentwicklung hat vor allem folgende Ursachen:

 

1. Die Immobilie gilt mehr denn je als wertbeständige Geldanlage.

2. Das Angebot an bebauten und unbebauten Grundstücken ist seit länger Zeit gering und tendenziell

rückläufig.

3. Die Nachfrage nach solchen Grundstücken ist hingegen tendenziell stark steigend.

4. Die Kreditbedingungen für den Erwerb von Immobilien sind für die Käufer seit langem günstig wie nie zuvor.

 

Schlussfolgerungen:

Die Bedingungen für Kauf und Verkauf von Immobilien haben für Verkäufer und Käufer nach derzeitig Vorteile aus jeweils unterschiedlichen Gründe:

 

  • Der Immobilienmarkt sichert gegenwärtig für den Verkäufer hohe Kaufpreise.

    Wie lange das anhält ist fraglich.

  • Die derzeitigen Zinsen für Baukredite sind für die Käufer so günstig wie nie zuvor und gewährleisten zudem mit dem Immobilienerwerb eine nachhaltige Wertanlage.

 

Dr. Karl-Heinz Kochanski

Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken

April 2017